Rezension: Jetzt chill ich erstmal…

Jetzt chill ich erstmal und dann mach ich nichts – Wie das Leben nach dem Abi wirklich aussieht: In der 12. Klasse hat man noch Träume. Vom Ende der öden Schulzeit, vom Auszug bei den Eltern, vom wilden Leben in WGs und Reisen. Dann steht man plötzlich da, mit dem Abi in der Hand. Spätestens jetzt werden die Fragen wohlmeinender Erwachsener unerträglich. Manche Eltern hingegen stöhnen beim gesteigerten Chillbedarf und dem gesunkenen Bewegungsradius ihrer Sprösslinge. 
Wie geht es weiter, was erwartet einen im ersten Jahr nach dem Abi? Das hat Olga aufgeschrieben und erzählt, wie sie und ihre Freunde im wahren Leben zurechtkommen. Ehrlich, unterhaltsam, vor allem aufschlussreich. 

Jetzt chill ich erstmal

  • Autorin: Olga Rogler
  • Verlag:  Kösel (1. April 2019)
  • ISBN: 978-3466372317*
  • Preis: 16,- Euro

Abitur – und was dann?

Olga macht mit 17 Jahren Abitur und hat – wie andere Teenager in dem Alter auch – noch nicht so recht einen Plan, wie ihr Leben danach weitergehen wird und soll. Aus Elternsicht kommt mir das sehr bekannt vor und beim Lesen wird auch die Erinnerung an meine eigene Zeit der Unsicherheit direkt nach dem Schulabschluss wieder wach. Wer von uns wusste denn damals schon, wo es hingehen soll mit einem?

Olga erzählt, was in ihr vorgeht. Sie tut das warmherzig und humorvoll. So wird für mich als Elter nachvollziehbar, was auch in meinen Teenagern gerade vorgehen mag. Aus Attachment-Parenting-Sicht ist das Buch eine große Hilfe, meinen Teenagern (wieder) mehr zu vertrauen. Ich kann mich auf sie verlassen. Sie werden ihre eigenen Wege gehen. In ihrem eigenen Tempo. Und wenn dieses Tempo auch mal Pausen beinhaltet, dann ist das eben so.

Eltern können unterstützen

Was Olga auch klar macht: Liebe Eltern, unterstützt eure Abiturienten und Schulabgänger materiell und ideell auf ihrem Weg – das ist es, was ihr jetzt noch für sie tun könnt. Helft ihnen, ihren eigenen Weg zu finden. Seid für sie da, wenn sie erwachsen werden und sich komplett ablösen. Ihr seid ihre Wurzeln auf ihrem Weg, sich Flügel wachsen zu lassen.

Brauchen die Teenager eine Pause und nehmen sich Zeit herauszufinden, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen, dann hat das nichts damit zu tun, dass sie erstmal nur faulenzen wollen. Sie brauchen einfach diese Zeit. Sie „Chillen“ nicht einfach nur, sie finden zu sich selbst. Um es mit den Worten von Astrid Lindgren zu sagen: Und dann braucht man ja auch Zeit, einfach nur dazusitzen! Diese Zeit ist ganz wichtig, das macht Olga durchaus klar und ruft es uns Eltern ins Gedächtnis.

Geschenktipp und Leseempfehlung

Das Buch ist eine klare Leseempfehlung für alle Eltern mit Teenagern auf dem Weg zum Schulabschluss und kurz danach. Und natürlich gibt es auch für Teenager und Schulabgänger jede Menge praktische Tipps ganz nebenher. Noch dazu ist es wirklich gut und unterhaltsam geschrieben und durchaus in einem Rutsch durchlesbar. Für mich ganz klar auch ein Buch, das ich befreundeten Eltern schenken würde, wenn ihre Kinder in die Abschlussklasse kommen.

 


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Veröffentlicht von Bianka

Bianka Bensch ist Journalistin und Social Media Managerin. Sie schreibt als Mutter von drei Teenagern und leidenschaftliche Bloggerin seit 2001 über Attachment Parenting. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draussen in der Natur.

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