Abnabelung – Wie meine Kinder langsam erwachsen werden…

Abnabelung…und wie sich das in unserer Wohnsituation widerspiegelt. Ich habe neulich in einer ruhigen Minute über das Thema Abnabelung nachgedacht. Dabei fiel mir auf, dass sich unsere Wohnsituation spannenderweise (und oft ungeplant) immer wieder an die sich verändernden Bedürfnisse der Kinder und uns als Familie angepasst hat. Natürlich haben wir einige Umzüge genau so geplant, dass die neuen Bedürfnisse erfüllt werden konnten. Oft ergaben sich neue Konstellationen aber auch einfach, ohne dass wir bei der Wahl unserer Wohnung oder unseres Hauses das so eingeplant hatten.

Je kleiner die Kinder, desto enger an Mama und Papa

Als die Kinder noch ganz klein waren, hatten wir eine Wohnung, in der es nur ein Schlafzimmer gab. Wir schliefen zu fünft auf einem sehr breiten Familienbett und nutzten alle anderen Zimmer der Wohnung natürlich gemeinsam.

Die Kinder wurden größer und zogen eins nach dem anderen aus dem Familienbett aus. Und so musste sich auch unsere Wohnung verändern und wir zogen um. Die neue Wohnung hatte ein Spielzimmer für die Kinder, ein Kinderzimmer für alle drei gemeinsam und ein kleines Schlafzimmer für uns Eltern. Die Kinder brauchten uns Eltern noch, aber ein erster Schritt in Richtung Abnabelung und Selbstständigkeit wurde doch erkennbar.

Getrennte Kinderzimmer im Kindergartenalter

Irgendwann änderten sich wieder die Bedürfnisse und wir räumten die Wohnung um. Das Spielzimmer wurde zum Schlafzimmer (mit Arbeitsecke) für uns Eltern. Unser kleines Schlafzimmer wurde zum “Jungszimmer”. Die Mädels teilten sich nun nur noch zu zweit das ehemalige Kinderzimmer aller drei Kinder.

Als alle drei Kinder in der Schule waren, zogen wir um in eine andere Wohnung. Wieder veränderte sich die Situation angepasst an die neuen Bedürfnisse der Kinder. Wir hatten jetzt ein Haus mit mehreren Stockwerken. Die Schlafzimmer der Kinder und unser Schlafzimmer lagen im oberen Stock. Alle anderen gemeinsam genutzten Zimmer waren unten. Der Sohn hatte ein kleines eigenes Zimmer, die Töchter teilten sich ein sehr großes Zimmer, das mit Hilfe eines Vorhangs in zwei Zimmer geteilt war. Wieder war ein weiterer Schritt zur Abnabelung gemacht und die Kinder genossen ihre neue Selbstständigkeit.

Jedes Kind braucht ein eigenes Zimmer

Am Ende der Grundschule zogen wir wieder um. Diesmal in ein Haus, das eine noch andere Aufteilung erlaubte. Die Kinder haben im oberen Stockwerk ihre Zimmer – inzwischen jedes Kind ein wirklich eigenes – und ihr eigenes Wohnzimmer und Bad. Wir haben unten ein weiteres Wohnzimmer und unser eigenes Schlafzimmer. Die Kinder nutzen auch unser Wohnzimmer unten mit. Ab und an nutzen wir auch oben das Kinderwohnzimmer gemeinsam, z.B. als da oben noch ein Tischkicker stand. Grundsätzlich ist aber der obere Stock das Reich der Kinder und der untere Stock unser Reich.

Die Kinder sind inzwischen alle Teenager und genießen es, in ihren eigenen Zimmern ihre Ruhe zu haben. Für Hausaufgaben und zum Lernen, aber auch, weil jedes von ihnen andere Interessen hat und auch mal in Ruhe Freunde zu Besuch haben möchte. Sie genießen es auch, dass der obere Stock ihr eigenes Reich ist, das sie gestalten können, wie sie mögen. Inzwischen nutzen sie allerdings das Kinder-Wohnzimmer eher selten, da jedes von ihnen z.B. auf Netflix lieber seine eigenen Sendungen schaut als mit einem der anderen gemeinsam. Wir wohnen noch alle gemeinsam in einer Wohnung bzw. einem Haus, aber doch ist die Abnabelung der Kinder deutlich erkennbar. Sie gehen ihre eigenen Wege, aber dennoch viel davon mit uns gemeinsam.

Wie die Zukunft aussieht

Zwei der Kinder machen in einem Jahr ihren Schulabschluss, das dritte dann in zwei Jahren. Wie es dann wohnmäßig und mit der Abnabelung weitergeht? Ich lass mich überraschen. Hier auf dem Dorf gibt es weder weiterführende Schulen für die Zeit nach der Mittleren Reife noch kommt man von hier aus sinnvoll irgendwo hin, wo man studieren oder eine Lehre machen könnte. Unsere Wohnsituation wird sich also wieder an die veränderten Bedürfnisse anpassen.

Ich bin schon sehr gespannt, wo uns das hinführt in den kommenden Jahren. Wie wird es sich anfühlen, wenn die Kinder ihr eigenes Leben führen in irgendwann sicher eigenen Wohnungen. Abnabelung gelungen, würde ich dann mal sagen und das ganz im Sinne des AP sanft und schrittweise und die Bedürfnisse aller in Einklang bringend.

 


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Veröffentlicht von Bianka

Bianka Bensch ist Journalistin und Social Media Managerin. Sie schreibt als Mutter von drei Teenagern und leidenschaftliche Bloggerin seit 2001 über Attachment Parenting. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draussen in der Natur.

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