Wünsche vs. Bedürfnisse – Wie unterscheidet man sie?

Wünsche vs. Bedürfnisse

Beim Attachment Parenting geht es um Bedürfnisse. Die Bedürfnisse aller Familienmitglieder sollen beachtet und erfüllt werden, also sowohl die Bedürfnisse der Eltern als auch die des Kindes oder der Kinder. Dass das nicht immer leicht ist, ist klar. Die erste Schwierigkeit besteht oftmals schon darin, zu erkennen, welche Bedürfnisse gerade bestehen und sie abzugrenzen von Sachen, die keine Bedürfnisse, sondern Wünsche sind.

Bedürfnisse vs. Wünsche – Definition

Bedürfnisse sind die Dinge, die notwendig sind und ohne die das Überleben in Frage gestellt ist. Bedürfnisse sind die „Dinge“, die wir brauchen. Essen ist ein grundlegendes Bedürfnis. Ohne Essen können wir nicht leben. Ebenso ohne Wasser. Oder ohne Sauerstoff. Etwas weiter gefasst gehören auch Respekt und Liebe dazu, deren Fehlen nicht direkt zum Tod führt, aber die eben dennoch für eine gesunde Entwicklung notwendig sind.

Wünsche sind die Dinge, die man gerne haben möchte, um sich besser zu fühlen oder weil sie einem gut gefallen. Wünsche sind Dinge, die nicht unbedingt notwendig sind, aber die man gerne hätte. Ein schickes großes Auto zu besitzen ist beispielsweise ein Wunsch. Das Bedürfnis dahinter – beispielsweise sich fortzubewegen – wäre auch mit anderen Mitteln zu erfüllen, beispielsweise einem kleinen Auto oder dem Fahrrad oder der Bahn.

Die Bedürfnispyramide

Vielleicht habt ihr schon mal von der Maslow’schen Bedürfnispyramide gehört. Sie sagt aus, dass Bedürfnisse hierarchisch geordnet sind und erst bei Erfüllung einer vorgelagerten Stufe die Bedürfnisse der nächsthöheren Stufe wichtig werden. Ganz unten in der Pyramide sind physiologische Bedürfnisse, also Essen, Trinken usw. Direkt darüber ist das Bedürfnis nach Sicherheit. Erst als dritte Stufe kommen bei Maslow die sozialen Bedürfnisse, unter anderem auch Liebe und Zuneigung. Sind auch diese erfüllt, sieht Maslow individuelle Bedürfnisse an der Reihe und benennt diese mit Erfolg, Ruhm, Freiheit, Selbstachtung und ähnlichem. Wiederum darüber befinden sich kognitive Bedürfnisse, also der Wunsch nach Bildung beispielsweise.

Das Bedürfnis hinter dem Wunsch

Hinter den meisten Wünschen steckt ein Bedürfnis, das es gilt herauszufinden. Bleiben wir bei dem obigen Beispiel mit dem schönen, großen Auto, so können mehrere grundlegende Bedürfnisse hinter diesem Wunsch stehen: Liebe, Anerkennung, Erfolg, Fortbewegung/Mobilität. Über die Erfüllung dieses Wunsches versuchen wir, unsere dahinterliegenden Bedürfnisse auf Umwegen zu erfüllen.

Bedürfnisse und Wünsche unterscheiden

Bei manchen Sachen ist es einfach. Ein Kind hat das Bedürfnis nach Nahrung, nach Trinken, nach Zuwendung, nach Liebe. Eltern haben ebenfalls das Bedürfnis nach Essen und Trinken, nach Schlaf, nach Liebe, nach Anerkennung. Bedürfnisse gegeneinander abzuwiegen ist schwer. Zählt das Bedürfnis des Kindes nach Zuwendung mehr als das Bedürfnis der Mutter nach Schlaf? Es gilt hier, einen Weg zu finden, wie alle Bedürfnisse erfüllt werden können.

Bei manchen Sachen ist es schwerer mit der Unterscheidung. Der Teenager behauptet vielleicht, ohne die neue Jeans der Marke XY nicht leben zu können und damit wäre diese Jeans nach unserer Definition ein Bedürfnis. Ich denke aber, dass die Jeans wohl eher als Wunsch einzustufen ist – und ich denke, dass selbst der Teenager das in einem ruhigen Moment einsehen wird.

Mit ein wenig Übung und je länger wir mit unseren Kindern zusammenleben gelingt es uns, besser herauszufinden, was ein Bedürfnis ist und was ein Wunsch. Und wir werden auch besser darin zu erkennen, welches Bedürfnis hinter einem Wunsch steckt.

Fazit

Bedürfnisse werden schnellstmöglich und so umfassend wie möglich im Attachment Parenting erfüllt. Attachment Parenting heißt aber nicht hundertprozentige Wunscherfüllung. Bei Wünschen sollten wir als Eltern versuchen herauszufinden, welches Bedürfnis von Seiten des Kindes dahintersteckt. Dann können wir abwägen, ob die Erfüllung des Wunsches tatsächlich zur Erfüllung des Bedürfnisses beiträgt oder ob es vielleicht andere Möglichkeiten gibt, das Bedürfnis besser zu erfüllen.

Wie erkennt ihr, ob es sich um ein Bedürfnis oder einen Wunsch eures Kindes handelt? Wie unterscheidet ihr dazwischen? Schreibt es gerne in die Kommentare, ich ergänze den Beitrag dann um eure Tipps.

 

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Veröffentlicht von Bianka

Bianka Bensch, 38 Jahre alt, schreibt als leidenschaftliche Bloggerin neben Attachment Parenting unter anderem einen privaten Blog und den Firmenblog eines Auftraggebers. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draussen in der Natur mit ihren drei Kindern und ihrem Hund.

1 Kommentar

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