How to….spread love to a teenager – von Joanna Goetz

Eines Morgens wachst du auf… nichtsahnend… und dann läuft ein Wesen an dir zum Bad vorbei, das einen Kopf größer ist als du und dich verschlafen anlächelt.
OMG!

Wo ist nur das niedliche Baby hin?
(Und warum trägt dieses Wesen deine Pyjamahose?)
Und warum will es nicht mehr stundenlang mit dir im Bett kuscheln?
Und lässt sich nicht einfach so von oben bis unten abküssen, und wo sind die Speckärmchen hin, in die man so lecker reinbeißen konnte, gestern waren sie doch noch da? (na gut… oder vorgestern).
Und warum braucht es länger im Bad als du?

(Ja, bei Euch dauert das 13 Jahre, aber bei mir ging das im Zeitraffer!)

Wo waren wir…

Ach ja.
Ich hatte spontan Lust, einfach wahllos ein paar Dinge aufzuschreiben, die aus meinem Herzen kamen.
Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es ist einfach nur, wie ICH es mache 🙂 – um dich zu inspirieren.
Meine Teenies… sie sind so wundervoll.
Ich genieße sie sooooo!
Und das sind einige Dinge, die mir wichtig sind:

 

1. Körperkontakt
Die Großen kommen in den seltensten Fällen morgens zu einem einfach so ins Bett, um zu schmusen (wie denn auch, wenn sie bis halb eins mittags schlafen?).
Und fallen einem nicht mehr ganz so oft um den Hals.
Körperkontakt brauchen sie trotzdem!

Streiche ihnen im Vorbeigehen über den Rücken.
Massiere ihren Nacken, streiche ihre Schultern aus, kraule ihre Haare, etc… all diese entspannten Arten von Zärtlichkeit sind so schön.

Wenn du es noch nie gemacht hast, werden sie erst erstaunt schauen, gewöhnen sich aber ganz schnell daran.
Ich berühre meine Kinder so oft es nur geht, ich schnappe sie in der Küche und knutsche sie spontan ab, einfach so (und sie wehren sich nur ein kleines bisschen ;-)).
Ich schaue manchmal mit ihnen Trash-TV, nur damit ich den Mädchen die Haare kraulen kann 😉 (DA SEHT IHR MAL, WAS WAHRE MUTTERLIEBE IST, HARR HARR! Ich opfer mich eben auf!)
Also – so oft wie es nur geht: körperliche Nähe, Berührungen, Streicheln im Vorbeigehen etc.

 

2. Ermutigen
Kann sich einer erinnern, welche Atmosphäre zum Teil unter den Kids in der Schule herrschen kann?
Neid, Gezicke, Konkurrenzkampf, Vergleichen, Lästern, „nur nach den Noten – oder – Aussehen – beurteilt werden“ etc.
Es ist wirklich nicht einfach, beliebt zu sein, wenn man nicht der Norm entspricht.
Und wer tut das schon?

Also: jede einzelne Stärke deines Kindes lobst du in den Himmel.
Betone es mehrmals, am besten jeden Tag, auch vor den anderen (nicht krampfhaft, du weißt schon, wie ich das meine), sprich es aus, dass du stolz auf sie bist, dass sie das einfach super machen und dass du an sie glaubst.
Immer und immer wieder.
Selbst wenn es Fähigkeiten sind, die nichts mit der Schule zu tun haben, wie Hilfsbereitschaft, Anteilnahme oder ein Talent, für das es keine Noten gibt.
Sage immer wieder LAUT Dinge wie:
„Ich find’s sooo schön, dass ich dich habe.“
„Ich bin so glücklich, dass du meine Tochter bist.“
„Ach, ich genieß dich so.“
„Du bist der Hammer, ich bin so stolz auf dich.“
„Ich find’s soooo schön mit dir!“

Und dann sage ihnen, dass du ihre Art liebst.
Manchmal sind Teenager unheimlich humorvoll, man kann so viel Spaß mit ihnen haben!
Sie sind süß, und ideenreich, und kreativ, und voller Energie (also so ab mittags… dafür bis spät in die Nacht ;-)) und ich bin verrückt nach ihnen!
Du kannst ihre Art soooo genießen, einfach nur ihr Sein.
Also nicht das, was sie tun, sondern einfach nur ihre Gegenwart.
Das kannst du ihnen auch sagen ;-).

Und wenn du nicht genau weißt, wie… oder dein Herz mal so richtig überfließt… dann schreib ihnen doch einen Liebesbrief ;-).
Ich habe mal HIER einen als Inspiration veröffentlicht :-).

 

3. Träumen
Teenager sind echte Träumer.
Träume doch MIT ihnen.
Wenn du sie von A nach B kutschierst, dann kannst du mit ihnen herumträumen, und ihnen Fragen stellen wie:
„Was würdest du tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Was würdest du dann mit deinem Leben anfangen?“
„Wenn es nur eine Sache geben würde, die du machen könntest in deinem Leben, welche wäre das?“
„Wenn es keine Grenzen für dich geben würde, und es nicht schiefgehen könnte, was würdest du am liebsten nach der Schule tun?“
„Was würdest du mit einer Million anfangen?“

Und dann höre ihnen gut zu!
Erzähle ihnen von Menschen, die viel erreicht haben, obwohl die Voraussetzungen nicht optimal waren, denke grooooooooß mit ihnen, ermutige sie, inspiriere sie, rede auch mal verrücktes Zeug mit ihnen!
Also nicht dieses „vernünftige“ Gerede wie „werde Ingenieur, die werden gerade gesucht“, sondern mal richtig außergewöhnliche Dinge.
Lehre sie, auf das Feuer in ihrem Herzen zu hören, und dem zu vertrauen.
Zeige ihnen, dass es mehr gibt, als nur schulische Beurteilung und Noten, erweitere ihren Blick und ihr Bewusstsein.

Und wenn sie niedergeschlagen mit einer schlechten Note nach Hause kommen, dann sage Dinge wie: „Egal, Schatz! So wichtig sind Noten gar nicht. Nichts kann sich dir auf dem Weg zu deinem Traum stellen!“.
Du denkst, ich mache Scherze?
Nein, ich rede WIRKLICH so mit meinen Mädchen ;-).

Wenn mein Kind allerdings stinkefaul wäre, dann würde ich das nicht direkt so ausdrücken *g*….

 

4. Sprich mit ihnen wie mit Erwachsenen.
Ehrlich wahr!
Ich erkläre meinen Mädchen die Welt GENAUSO, wie ich sie Euch erkläre.
Ich sage ihnen eins zu eins,
…dass es sie nichts angeht, was andere über sie denken (wie HIER oder HIER),
…dass sie immer auf die Führung ihres Herzens vertrauen können,
…ich ermutige sie, einzigartig und „sie selbst“ zu sein (wie z.B. HIER),
…ich erkläre ihnen, wie sie über ihr Denken herrschen (HIER),
…und keinen Müll in ihren Kopf reinlassen (wie HIER), etc.
Du denkst, das sei zu früh?
Kein bisschen!
Sie verstehen ALLES, und setzen das auch um :-).
Das ist sehr kostbar!

 

5. Erwarte nicht von ihnen, dass du ihre beste Freundin bist, und respektiere ihre Privatsphäre.

Sie müssen sich dir nicht in allem anvertrauen.
Schön, wenn sie es tun – nicht schlimm, wenn sie es mit sich selbst, oder Gleichaltrigen ausmachen.
Sei nicht enttäuscht oder gar beleidigt, erwarte einfach nichts.
Manchmal wird ein Augenblick kommen und sie erzählen dir ganz private Sachen – aber das ist von Kind zu Kind völlig unterschiedlich.
Es ist einfach so.
Sie sind nicht dein Eigentum und nicht so ne Art „Projekt“, das du ständig überwachen musst!

Also wühle nicht in ihren Sachen, lese nicht ihre SMS, frage sie nicht um Freundschaft auf Facebook, etc.

Und bitte bitte BITTEEEEE gewöhne dir diese Frage ab: „Hast du schon für Mathe gelernt?!!! Hast du schon was für Französisch gemacht?!“ etc… das nervt sie nur und bringt GAR NIX.

Lass sie einfach völlig frei.

 

6. … womit wir beim nächsten Punkt wären: Lasse sie ganz frei!

Erwarte keine „Dankbarkeit“, oder dass sie dir etwas „zurückgeben“, oder dass sie sich dir gegenüber so verhalten, wie du denkst, dass sie sich verhalten sollten ;-).
Dinge wie Höflichkeit, Respekt und etwas Hilfsbereitschaft daheim sind selbstverständlich, darüber brauche ich nicht extra schreiben, ne ;-)?
Aber darüber hinaus lasse sie einfach… atmen!

Teenager sind auch keine kostenlosen Arbeitskräfte für den Haushalt ;-).
Ihr schmunzelt vielleicht… aber es gibt Mamis, die – sobald sie sehen, dass der Teenie auf dem Sofa gammelt – sofort fragen, ob er denn nicht dieses oder jenes erledigen kann, kurz mal eben das und das machen… das nervt!
Und zwar das Kind!
Wenn du Hilfe brauchst, dann sage das deinem Kind rechtzeitig: „heute nachmittag brauche ich eine halbe Stunde Hilfe bei der Wäsche.“
Meist gibt es im Haushalt feste Aufgaben, das wissen sie dann sowieso.
Und wenn das erledigt ist – dann lasse dir nichts weiter einfallen, weil sie gerade „Zeit haben“.
Auch wenn die Versuchung groß ist ;-).
Laufe auch nicht seufzend um sie herum *g*!

Wenn sie dann aus freien Stücken in der Küche herumwerkeln, ist es umso schöner :-).

 

7. Was ist, wenn sie Mist machen?
Kommt ja zum Glück nieeeeeee vor, ne ;-)?
Ich durfte auch schon welche von der Polizei abholen *ichnennejetztkeineNamen*….

Dann rede mit ihnen wie mit einem Erwachsenen – ganz klar und vernünftig.
Lasse Schuldgefühle, Anklage, Manipulation, Dramatisierung weg und rede Klartext.
Und dann siehst du ja, was dabei herauskommt ;-).
Manchmal machen sie „äußerlich“ zu, innerlich arbeitet es aber in ihnen.
Darauf vertraust du.
Dass alles, was du jahrelang „gesät“ hast, auch als „Frucht“ hervorkommt.
Und du bleibst LOCKER und entspannt, immer immer locker (ich weiß schon, liest sich jetzt so leicht ;-)….)
Ja, sie stellen manchmal Dinge an, aber besser ist es, sie probieren etwas aus (und merken bestenfalls selbst: ups… das war jetzt weniger gut…), als dass sie in einem ganz engen Rahmen stecken, und nie etwas erleben.
Deswegen: stecke den Rahmen weeeeeeeeit.

 

8. Und zum Schluss…

Dein Kind ist NICHT ein Projekt, an dem du dich messen musst.
Das ist nicht dein „ganzes Glück“ und dein „wichtigster Lebensinhalt“ und dein „Ein und Alles“.
Das ist ja erdrückend bis zum geht-nicht-mehr.

Bleib ganz entspannt, genieße den Menschen, der zu einem Erwachsenen heranreift – und schreib dir nicht jeden Erfolg und jede Niederlage deines Kindes auf deine Fahnen!

Du bist NICHT für alles zuständig, vieles erledigt sich einfach mit der Zeit, das kannst du mir glauben!
Während du dich noch schlaflos vor Sorge im Bett hin und her wälzt, und dir zum 100sten mal überlegst, OB AUS DEM KIND WAS WIRD, hat dein himmlischer Vater längst alles vorbereitet.
Alle Fäden im Hintergrund gezogen, Menschen bereitgestellt, die dein Kind inspirieren und begleiten werden, Zeitpunkte festgesetzt… ah… du kannst dich so entspannen.
Und dich darauf freuen :-).

Und was ist, wenn es WIRKLICH schwierig mit dem Kind ist?
ECHTE Schwierigkeiten?
Tja dann… hast du wohl versagt, oder?
*kleinerScherz*
AUCH DANN ist es nicht der Weltuntergang, und du wirst nicht unter einer depressiven Decke enden!
Dann lebst du dein Leben, und freust dich trotzdem, und genießt jeden Augenblick, selbst WENN du weißt, dass es für dein Kind nicht optimal läuft.
Aber wenn du AUCH noch schlecht drauf bist, dann sind BEIDE schlecht drauf, und wem ist bitte dann geholfen?
Nein, du bleibst stark, du bleibst in der Freude, und du vertraust, dass der himmlische Vater das schon richtet :-).
Und das macht er auch.
Aber du bist eben nicht für alles zuständig.

Und als Letztes verrate ich Euch etwas…
Ich halte mich gar nicht an diese Punkte.
Ich BIN einfach so :-).
Das ist mein automatischer Output ;-).

Also denke jetzt JA NICHT „oh, ich darf Punkt sieben auf keinen Fall vergessen!“
Sondern… wie immer bei meinen Posts: catch the spirit. catch the spirit. catch the spirit.
Ziehe dir diese fröhliche, entspannte, sorglose Atmosphäre rein, die in mir ist, zieh es dir so richtig rein!
Und dann machst du das genau so, wie es zu dir passt.
Du bleibst du selbst, liebst deinen langbeinigen Teenie, und genießt :-).
Du hast sie nur noch ganz kurz bei dir!

Du machst das eh super!
Ich weiß es!

Liebesgrüße
Joanna

Quelle: Liebesbotschaft

Veröffentlicht von Bianka

Bianka Bensch, 38 Jahre alt, schreibt als leidenschaftliche Bloggerin neben Attachment Parenting unter anderem einen privaten Blog und den Firmenblog eines Auftraggebers. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draussen in der Natur mit ihren drei Kindern und ihrem Hund.

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