Gedanken zur Beikost – von Bianka Blavustyak

Gedanken zur Beikost

Wohl kaum ein Thema lässt die Emotionen so hoch kochen wie das Thema Beikost. Herrscht schon bei allen anderen Themen rund ums Thema Kind Verunsicherung, so gilt dies für das Thema Zufüttern erst recht. Kaum ist das Baby knapp 4 Monate alt, kommen die ersten ‚gutgemeinten‘ Ratschläge, es müsse doch mal ‚was Richtiges‘ bekommen. Doch nicht nur Freunde und Verwandte meinen genau zu wissen, was das Baby braucht. Auch Ärzte und Nahrungsmittelhersteller drängen nach drei, spätestens vier Monaten aufs Zufüttern. Bei Flaschenkindern erscheint dies auch sinnvoll, da künstliche Säuglingsmilch zu unvollständig ist, um Babys ausreichend zu versorgen. Gestillte Kinder erhalten über die Muttermilch jedoch alles, was sie brauchen und so frühes Zufüttern ist nur in Ausnahmefällen notwendig.

Wann führe ich Beikost ein?
Den Zeitpunkt bestimmt das Kind oft selbst, Mütter und Väter sollten ihren Ehrgeiz ein wenig zurückstellen. Der Verdauungstrakt kleiner Babys ist noch nicht ausgereift und auf die kurze Verweildauer der leichtverdaulichen Muttermilch eingerichtet. Manche Babys zeigen mit 5 Monaten, andere erst ab 7-8 Monaten Interesse am Tisch, je nach Reife des Verdauungstraktes. Wenn ein Kind sich sehr gegen die Beikost weigert, bitte niemals zum Essen zwingen! Man verdirbt dem Kind sonst das Interesse und die Freude am Essen. Lieber warten und es vielleicht nach 1-2 Wochen noch mal probieren. Wichtig ist auch, dass das Kind vorher trinken lernt. Da nicht mehr vollgestillte Kinder weniger Muttermlich zu sich nehmen, empfiehlt es sich, zu den Breimahlzeiten etwas zum Trinken anzubieten. Meist trinken die Kleinen auch recht gerne aus der Schnabeltasse oder auch aus normalen Bechern. Als Trinken eignet sich abgekochtes Wasser (in Neubauten ist allerdings der Kupfergehalt eventuell zu hoch), später milder Fruchtsaft, Früchtetee ohne Zucker. Immer bedenken: Fencheltee ist Medizin.

Was füttere ich zu?
Am besten beginnt man das Zufüttern mit einem einzelnen Lebensmittel. Dies wird dann eine Woche lang gegeben und auf die Reaktionen beim Baby geschaut. Unverträglichkeiten äussern sich als Magen-Darm-Störungen, Hautausschlag, Wundsein. Sollte das Baby eine Unverträglichkeitsreaktion zeigen, bitte auf das Lebensmittel bis nach dem 1. Geburtstag verzichten.
Bei Zahnproblemen bieten sich Brotkrusten zum Lutschen an. Diese enthalten jedoch immer auch Gluten, sind also für eine glutenfreie Babyernährung nicht geeignet. Geriebener oder gedünsteter Apfel sind ebenfalls gut zum Anfangen, bitte vorerst jedoch kein Spinat wegen des zu hohen Nitratgehaltes.
Später eignen sich rohe Apfel-, Birnenscheiben, Bananenstücke, Pfirsich, Melone und Orange zum Selberessen, jedoch nie unbeaufsichtigt wegen der Gefahr des Verschluckens. Erdbeeren gibt man wegen ihrer Inhaltsstoffe erst nach einem Jahr, Hartkäse ab 9 Monate, ebenso Joghurt und Quark.
Wenn Gläschenkost gegeben werden soll, anfangs nur Karotte, Karotte-Kartoffel oder Pastinakenmus, evtl. mit Kartoffel. Immer jedoch OHNE Salz und Konservierungsmittel. Bio- Gläschen bieten sich an, da bei ihnen die Gefahr von Spritzmittel und Dünger geringer ist. Zufügen kann man evtl. etwas Milchzucker zur Anregung der Verdauung und etwas Mandelmus, um das Gläschen gehaltvoller zu machen. Auch ein halber TL Öl sollte immer zugegeben werden, jedoch keine kaltgepressten Öle, lieber ein gutes Maiskeimöl.
An Getreide sollte immer zuerst Reisflocken gegeben werden, dann Mais und Hirse, denn diese drei sind glutenfrei. Ab 10 Monaten können Dinkel und Grünkern, ab 1 Jahr auch Weizen und Gerste angeboten werden. Getreide sollte immer gut gekocht oder als Instantflocken verwendet werden. Frischkornbreie sind für das erste Lebensjahr nicht geeignet.

Wie füttere ich zu?
Anfangs wird das Kind nicht mehr als 1 oder 2 TL essen. Es hat sich bewährt, sich eine ruhige Zeit am Tag auszuwählen und das Kind vorher zu stillen, damit es nicht zu hungrig ist. Essen ist für die Kleinen anfangs eher ein Spiel und das Entdecken von Nahrungsmitteln. Es dient weniger der tatsächlichen Nahrungsaufnahme. Ausserdem muss das Kind den Umgang mit dem Löffel erst lernen. Sollte es, nachdem es schon einige Zeit gut vom Löffel gegessen hat, diesen plötzlich ablehnen, probiert man es einfach mit Fingerfood: dazu wird das Essen in Stücke geschnitten und dem Kind zum Selberessen in die Hand gegeben. Oder dem Kind einen eigenen Löffel zum Essen geben.
Bitte immer darauf achten, dass der Stuhlgang des Babys weich bleibt, ansonsten bitte mit der Beikost für eine Weile aufhören oder die Beikost ändern.

٥杶+e{86Eحy[ܛ%!לz{^xӃhZ.׫׫uoz{^w/i

Veröffentlicht von Bianka

Bianka Bensch, 38 Jahre alt, schreibt als leidenschaftliche Bloggerin neben Attachment Parenting unter anderem einen privaten Blog und den Firmenblog eines Auftraggebers. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draussen in der Natur mit ihren drei Kindern und ihrem Hund.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Hast du schon unser kostenloses E-Book?

Trag dich jetzt in den Newsletter ein und erhalte kostenlos das Attachment-Parenting-E-Book!

Wir mögen Spam genauso wenig wie du!
/** * Blogfoster */