Attachment Parenting Podcast #3 – Individualität beim Lernen

Die dritte Folge des Attachment Parenting Podcast beschäftigt sich mit dem Thema Individualität beim Lernen.

Der Titel des Jingles ist von Razvan Veina und heißt Piano Jams.
Auch dieses Mal wieder: Viel Spaß beim Anhören, auch wenn ich ein wenig verschnupft klinge…

APP #3 Skript (1001)

Du kannst dir den Podcast direkt hier mit dem Player anhören, darfst ihn dir aber auch gerne auf deinen eigenen PC herunterladen. Dazu klicke den Download-Link neben der mp3-Datei bitte mit der rechten Maustaste an und wähle danach „Ziel speichern unter…“ aus.
Ebenso kannst du auch das Skript zum Podcast als pdf herunterladen. Darin findest du ein paar Links und Literaturempfehlungen passend zum Thema des Podcasts.

Du hast Fragen zum Podcast? Du hast Kritik oder auch Lob zum Podcast? Du hast eine Frage, die ich in einer der folgenden Podcastfolgen beantworten soll? Dann melde dich – am einfachsten über das Kontaktformular oder per Mail!
 

Transkript

Hallo und herzlich Willkommen
Ich bin Bianka von attachment-parenting.de und begrüße dich herzlich zur dritten Folge des Attachment Parenting Podcast.

Meine Gedanken für dich drehen sich heute um das Thema – ja, um welches Thema eigentlich? Es geht vor allem um Lernen und um Individualität und damit sehr um das Thema Unschooling, aber hör selbst…

Als wir unseren Hund gerade ganz neu hatten, waren wir mit ihm natürlich auch in der Hundeschule, damit er ein wenig Grundgehorsam lernt und wir ihn besser kennenlernen. Das war sehr spannend, denn wir hatten ihn gerade mal zwei oder drei Wochen, als die erste Hundeschulstunde anstand. Was mich damals sehr beeindruckt hat, war, was unsere Hundetrainerin in der allerersten Stunde zu uns sagte. Ihre Worte sind mir so sehr im Gedächtnis geblieben, dass ich sie heute mit dir teilen möchte.

Sie sagte: „Jeder eurer Hunde ist eine ganz eigene Persönlichkeit. Jeder eurer Hunde bringt eine ganz eigene Vorgeschichte mit. Jeder eurer Hunde lernt zu anderen Zeiten andere Dinge. Jeder eurer Hunde lernt zu seiner eigenen Zeit auf seine eigene Art und Weise. Es gibt nicht DIE eine Methode, die jedem Hund alles beibringt. Es wird jeder seinen eigenen Weg finden und gehen müssen und auch sein eigenes Tempo und am Ende können nicht alle 100 % das Gleiche, aber jeder eurer Hunde kann das, was er braucht und können muss!“

Mein erster Gedanke damals war: „Wow! Was für eine tolle Aussage! Warum ist diese Frau nicht Lehrerin geworden und unterrichtet meine Kinder?“

Eigentlich ist die Aussage der Hundetrainerin die Zusammenfassung dessen, was hinter dem Konzept des Unschooling steht. Jeder Mensch ist individuell und hat individuelle Lernstrategien, individuelle Lernzeitpunkte und auch individuelle Interessen, an denen sich gelernte Inhalte orientieren. Lässt man Kinder – und bis zu einem bestimmten Alter ist das ja durchaus erlaubt – in ihrem eigenen Tempo und nach ihren eigenen Interessen lernen, verinnerlichen sie Gelerntes ohne Anstrengung. Jedes noch nicht schulpflichtige Kind darf innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens lernen, woran es gerade interessiert ist. Ein Kind lernt sehr früh Laufen, spricht dafür eine gefühlte Ewigkeit kaum. Ein anderes Kind spricht bereits sehr früh in vollständigen Sätzen, macht dafür eher spät die ersten wackeligen Schrittchen. Ganz individuell eben und es käme kein Mensch auf die Idee, per Lehrplan vorzugeben, was alle bis zu einem bestimmten Termin geborenen Kinder zu welchem Zeitpunkt zu lernen haben.

Und dann kommt so ein Kind in die Schule. Zeitgleich mit vielen anderen Kindern, mit vielen Individuen, die eine ganz eigene Vorgeschichte mitbringen, die bis zu 2 Jahre Altersunterschied haben und unglaublich weit verstreute Interessen. Und all diese individuellen kleinen Menschen müssen ab sofort zeitgleich die genau gleichen Inhalte auf dem genau gleichen Weg lernen.

Das alles ging mir während der Hundeschulstunde durch den Kopf. Meinem Hund wird zugestanden, individuell zu lernen und den für ihn und mich passenden Weg zu finden. Aber was ist mit meinen Kindern?
Gingen meine Kinder nicht zur Schule, würden sie dann überhaupt etwas lernen? Was würden sie wohl den ganzen Tag machen? Braucht man diese Institution namens Schule, damit Kinder überhaupt etwas lernen? Oder ginge es nicht auch ohne? Vor allem: ginge es nicht auch ohne Schule, wenn man Kinder erst gar nicht in diese künstliche Lernumgebung verfrachten müsste, sondern einfach ihrer natürlichen Neugierde folgen lassen könnte, auch wenn sie ein bestimmtes Alter überschritten haben?

Vielleicht höre ich in ein paar Jahren eine Lernbegleiterin oder etwas Ähnliches bei einem Vorstellungstermin mal zu einer Familie sagen: „Ihr Kind ist eine ganz eigene Persönlichkeit. Es bringt eine ganz eigene Vorgeschichte mit. Es lernt zu anderen Zeiten andere Dinge als andere Kinder. Es lernt zu seiner eigenen Zeit auf seine eigene Art und Weise. Es gibt nicht DIE eine Methode, die jedem Kind alles beibringt. Es wird jedes seinen eigenen Weg finden und gehen müssen und auch sein eigenes Tempo und am Ende können nicht alle Kinder zu 100 % das Gleiche, aber jedes Kind kann das, was es für sein eigenes individuelles Leben braucht und können muss!“

Das Skript zum Podcast mit Links zum Weiterlesen und Literaturempfehlungen findest Du zum Runterladen wie immer auf attachment-parenting.de. Ich hoffe, der Podcast hat dir gefallen und wir hören uns demnächst wieder bei einer weiteren Podcast-Folge.
Vielen Dank fürs Zuhören und bis bald, deine Bianka von attachment-parenting.de
Links:
Informationszentrum Leben ohne Schule

Netzwerk Bildungsfreiheit

Literatur:
Jan Hunt: Das Freilerner-Buch – Betrachtungen zum Leben ohne Schule

Olivier Keller: Denn mein Leben ist Lernen – Wie Kinder aus eigenem Antrieb die Welt erforschen

Schulfrei DVD

Veröffentlicht von Bianka

Bianka Bensch, 38 Jahre alt, schreibt als leidenschaftliche Bloggerin neben Attachment Parenting unter anderem einen privaten Blog und den Firmenblog eines Auftraggebers. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draussen in der Natur mit ihren drei Kindern und ihrem Hund.

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