Attachment Parenting Podcast #1 – Windelfrei

Die erste Folge des Attachment Parenting Podcast beschäftigt sich mit dem Thema Windelfrei.

Bitte sei, was die Qualität und so weiter betrifft, noch ein wenig nachsichtig mit mir. Entschuldige, wenn dieser erste Podcast ein wenig wie „Das Wort zum Sonntag“ klingt – ich übe noch!

Dennoch – oder gerade drum: Viel Spaß beim Anhören!

APP #1 Skript (1085)

Du kannst dir den Podcast direkt hier mit dem Player anhören, darfst ihn dir aber auch gerne auf deinen eigenen PC herunterladen. Dazu klicke den Download-Link neben der mp3-Datei bitte mit der rechten Maustaste an und wähle danach „Ziel speichern unter…“ aus.
Ebenso kannst du auch das Skript zum Podcast als pdf herunterladen. Darin findest du ein paar Links und Literaturempfehlungen passend zum Thema des Podcasts.

Du hast Fragen zum Podcast? Du hast Kritik oder auch Lob zum Podcast? Du hast eine Frage, die ich in einer der folgenden Podcastfolgen beantworten soll? Dann melde dich – am einfachsten über das Kontaktformular oder per Mail!

 

 

Transkript

Hallo und herzlich Willkommen.
Ich bin Bianka von attachment-parenting.de und begrüße dich herzlich zur ersten Folge des Attachment Parenting Podcast.

Meine Gedanken für dich drehen sich heute um das Thema Windelfrei.
Falls du davon noch nie gehört hast, möchte ich dir kurz erklären, was Windelfrei ist. Windelfrei wird auch Sauberbleiben genannt oder auch TopfFit. Es geht dabei darum, deinem Baby von Anfang an dabei zu helfen, sein Ausscheidungs-bedürfnis zu erfüllen, so wie du auch sein Bedürfnis nach Essen und nach Nähe erfüllst. Und das ganz oder zumindest fast ganz ohne Windeln.
Auf attachment-parenting.de findest du viele Infos und auch Links dazu, falls dich das Thema interessiert.

Meine Kinder sind schon groß und längst aus dem Windelalter heraus. Trotzdem habe ich dieses Jahr sehr viel über das Thema Windelfrei nachgedacht und auch sehr viel darüber gelernt.
Vor kurzem zog nämlich bei uns ein Hund ein. Er war nicht mehr wirklich ein Welpe, aber er war noch nicht ganz stubenrein. Also las ich in einem Welpen-Ratgeber nach, wie ich ihm am besten beibringen kann, nicht in die Wohnung zu pinkeln.

Anfangs war alles noch ganz neu und aufregend und die Tatsache, dass da überhaupt ein Hund im Haus war schon anstrengend genug. Er brachte unseren gesamten Tagesablauf durcheinander und ich hatte alle Hände voll zu tun, ihn irgendwie in unser Leben zu integrieren.
Trotzdem fing ich gleich am ersten Tag damit an, dass ich am Morgen gleich als erstes nach dem Aufstehen mit ihm raus bin.
Ich gab ihm tagsüber jedes Mal nach dem Aufwachen Gelegenheit zum Pinkeln.
Ich ließ ihn regelmäßig kurz nach einer Mahlzeit raus, damit er pinkeln konnte.
Ich führte ihn in den ersten Tagen sofort raus, wenn er unruhig wurde.
Ich machte alles ganz genau so, wie ich es in dem Welpen-Ratgeber nachgelesen hatte.
Ich beobachtete meinen Hund viel in diesen ersten Tagen. Wir hatten viele Erfolge. Wir liefen aber auch oft genug umsonst raus. Er pinkelte oft genug eine halbe Stunde später in die Wohnung.
Irgendwann hatten wir uns ein wenig aufeinander eingespielt. Ich lernte seine Signale kennen und lernte auch, sie zuverlässiger richtig zu deuten. Er lernte, dass seine Signale beachtet werden und auf welchem Weg er mir mitteilen kann, dass er mal raus muss. Und siehe da, mein Hund war plötzlich stubenrein!
Und noch viel spannender: ich merke heute, ob er unruhig ist, weil beispielsweise das Wetter gewittrig ist oder etwas Aufregendes passiert, oder ob er unruhig ist, weil er mal dringend raus muss. Ich weiß es einfach!

Warum ich dir das alles erzähle? Nun, nichts anderes als das mit meinem Hund passiert mit deinem Baby und dir bei Windelfrei.
Anfangs ist alles noch aufregend und fremd und neu. Nicht nur für dich, auch für dein Baby. Du hast vielleicht schon in der Schwangerschaft von Windelfrei gehört oder gelesen, aber anfangs schaffst du es nicht, das auch noch in dein neues Leben mit Kind einzubauen.
Du genießt dein Baby, du beobachtest es. Irgendwann fängst du an, ihm die sogenannten sicheren Gelegenheiten zum Pinkeln anzubieten. Du hältst dein Baby ab, direkt nachdem es aufgewacht ist. Du hältst es beim Stillen oder kurz danach ab. Du hältst es ab, sobald es unruhig wird und kein anderer Grund dafür vorzuliegen scheint.
Du lernst dein Baby kennen, du lernst, seine Signale zuverlässiger richtig zu interpretieren und die Erfolge häufen sich.
Dein Baby lernt, dass seine Signale beachtet werden und dass es mit dir in seiner eigenen Sprache kommunizieren kann. Dadurch sendet es seine Signale deutlicher und die Erfolge werden noch mehr.
Irgendwann seid ihr ein eingespieltes Team und dein Baby ist plötzlich komplett windelfrei.

Windelfrei passt so gut in das Konzept des Attachment Parenting, weil es dabei nicht um frühes Sauberwerden geht. Es geht nicht um Erfolge oder Misserfolge.
Windelfrei ist pure Kommunikation mit dem Baby. Es geht darum, das Lesen und Deuten seiner Signale zu lernen. Es geht darum, dein Baby kennenzulernen.
Es geht darum, gemeinsam nicht nur die Bedürfnisse nach Essen oder nach Nähe zu erfüllen, sobald man sie merkt, sondern eben auch das Ausscheidungsbedürfnis deines Babys zu beachten.
Man lernt gemeinsam. So wie man gemeinsam Laufen lernt, bis aus ersten ungelenken Schritten eine flüssige Bewegung wird.
So wie man auch gemeinsam Sprechen lernt, bis aus ersten unverständlichen Lauten irgendwann zusammenhängende sinnvolle Sätze entstehen.
Genauso lernt man mit jeder Menge nasser Hosen und Unfälle, wann es Zeit ist für die Toilette.
Dabei ist Windelfrei vielleicht der falsche Begriff, denn es geht ja gar nicht so sehr darum, komplett auf Windeln zu verzichten. Im englischen Sprachraum hat sich der Begriff „elimination communication“ eingebürgert. „Ausscheidungskommunikation“ sozusagen – und das trifft es doch eher.
Babys kommunizieren von Anfang an mit ihrer Umwelt. Sie teilen ihre Bedürfnisse mit. Sie teilen uns mit, wann sie Hunger haben und wir geben ihnen etwas zu essen. Sie teilen uns mit, wann sie Nähe brauchen und wir geben ihnen Nähe. Und ebenso teilen sie uns mit, wann sie mal müssen – und wenn wir um diese Kommunikation wissen und ihnen auch diese Kommunikation von Anfang an zutrauen, können wir ihnen auch von Anfang an dabei helfen, dieses Bedürfnis ebenfalls zu erfüllen. So einfach ist das.
Es gäbe noch so viel über Windelfrei zu erzählen. Über das Auf und Ab, wann man warum Erfolge hat und wann warum eben nicht. Welche Phasen dein Baby durchmachen wird auf eurem gemeinsamen Windelfrei-Weg. Ich möchte aber für heute hier aufhören. Auf attachment-parenting.de findest du viele Texte und Links, über die du weitere Informationen erhältst. Und ich werde zum Podcast auch ein Skript zum Runterladen anbieten, in dem Links und Buchempfehlungen zu finden sind.
Ich hoffe, der Podcast hat dir gefallen und wir hören uns demnächst wieder bei einer weiteren Podcast-Folge.
Vielen Dank fürs Zuhören und bis bald, deine Bianka von attachment-parenting.de

Links:
Der Original Windelfrei-Kurs
Der Windelfrei-Blog
TopfFit
Ohne Windeln
Der Abhalteladen

Literatur:
Laurie Boucke: Topffit
Ingrid Bauer: Es geht auch ohne Windeln!
Lini Lindmayer: Windelfrei? So geht’s!
Caroline Oblasser, Regina Massaracchia: Baby Lulu kann es schon! (Kindersachbuch)

Veröffentlicht von Bianka

Bianka Bensch, 38 Jahre alt, schreibt als leidenschaftliche Bloggerin neben Attachment Parenting unter anderem einen privaten Blog und den Firmenblog eines Auftraggebers. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draussen in der Natur mit ihren drei Kindern und ihrem Hund.

2 Kommentare

  1. Hallo Bianka,
    sehr schön aufgebauter Podcast mit einer interessanten Geschichte die durchs Thema führt.
    Bin schon auf den nächsten Teil gespannt.
    Viele Grüße
    Matthias

  2. Pingback: Herzlichen Glückwunsch, SoMM! Zur Feier ein Interview … | . NetzFaktorei

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